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Wimperfledermaus

Wimperfledermaus
Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) (Foto: C. Robiller
qu036)

Wissenschaftlicher Name:
Myotis emarginatus

Erstbeschreibung:
(É. Geoffroy, 1806)
Tiere aus Frankreich (Ardennen, Givet)

Familie:
Glattnasenfledermäuse
(Vespertilionidae)

Gattung:
Mausohrfledermäuse
(Myotis)
 

Name:
Der Artname emarginatus (eingekerbt) spielt an auf eine Stufe am Rand der Ohren. Ein Teil der Tiere hat am Rand der Schwanzflughaut gekrümmte Härchen, die der Art den Namen Wimperfledermaus gegeben haben.

Synonyme:
deutsch:
englisch: Geoffroy's bat, Geoffroy's myotis
französisch: Vespertilion à oreilles échancrées, Murin à oreilles échancrées, Murin émarginé

Unterarten:
Myotis emarginatus emarginatus
Europa
Myotis emarginatus desertorum Dobson, 1875
östliches Mittelmeergebiet
Myotis emarginatus turcomanicus Bobrinski, 1925
Zentralasien

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Verbreitung:
Europa, Nordafrika (Marokko, Algerien, Tunesien), östliches Mittelmeergebiet (Türkei, Zypern), im Osten bis Afghanistan. Eine Karte der weltweiten Verbreitung ist bei Wikipedia.

Verbreitung von Myotis emarginatus
Verbreitung von Myotis emarginatus (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)

Größe:
Länge 41 .. 55 mm
Unterarm 36 .. 45 mm
Flügelspannweite 220 .. 250 mm
Gewicht 6 .. 9 g

Lebensraum:
Im Sommer bevorzugen Wimperfledermäuse warme laubwaldreiche Gebiete. Sie jagen im Wald, über Wiesen, Parks und naturnahen Gärten und in Viehställen.

Quartiere:
Sommerquartiere sind in Mitteleuropa vor allem in hellen kühlen Dachstühlen und in Viehställen, im Süden in Höhlen und Felsüberhängen. Den Winter verbringen Winterfledermäuse in Höhlen oder Stollen bei Temperaturen um 9 °C.

Ortswechsel:
Die Entfernung zwischen Sommerquartier und Winterquartier ist meistens kleiner als 40 km.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im späten Sommer und im Herbst statt. Die Jungen werden zwischen Mitte Juni und Mitte Juli geboren geboren.

Gefährdung und Schutz:
D: Rote Liste: sehr selten, der Bestand ist stark gefährdet, ein Risikofaktor sind Gebäudesanierungen (Verlust von Quartieren für Wochenstuben).
CH: selten, potentiell gefährdet.
EU: FFH-Schutzgebiet-Art.
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

In Europa verkleinert die Intensivierung der Landwirtschaft die Jagdgebiete. In Nordafrika werden die Tiere gefangen, um aus ihnen traditionelle medizinische Produkte herzustellen.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Aus den deutschen Bundesländern:

Berichte:

Literatur:

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 25. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
CH = Schweiz
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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