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Pflanzen

Neophyten in Oberursel und Umgebung

Neophyten sind Planzen, die aus anderen Kontinenten eingewandert sind. Manche sind harmlos. Andere sind hier unerwünscht, weil sie einheimische Pflanzen verdrängen. Einige sind gefährlich, weil der Kontakt mit ihnen oder ihrem Blütenstaub heftige allergische Reaktionen auslösen kann.

Neun Neophyten werden hier kurz vorgestellt. Es sind nicht irgendwelche, sondern es sind Pflanzenarten, denen man bei Spaziergängen im Hochtaunuskreis begegnet. Die ersten fünf werden von DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe) zu den 18 schlimmsten auf dem Land lebenden Neophyten in Europa gezählt. Bei den Weiter führenden Informationen in der rechten Spalte findet man Beschreibungen.

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Beifußblättrige Ambrosie

Die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wird auch als Ambrosia elatior, Beifuß-Ambrosie, Hohe Ambrosie, Beifußblättriges Traubenkraut oder Aufrechtes Traubenkraut bezeichnet.

Die Pflanzen werden zwischen 20 cm und 150 cm hoch, sie sind stark verzweigt. Die Blüten sind klein und unauffällig. Die männlichen Blüten stehen am Ende der Zweige. Die weiblichen Blüten sitzen in den Achseln von Blättern und am Grund der männlichen Blütenstände. Die Pflanzen sind einhäusig, sie werden durch Wind bestäubt, deshalb produzieren sie sehr viele Pollen.

Ambrosia artemisiifolia
Beifußblättrige Ambrosie (Bild: Ekkehard
Beyer qu031)

Lebenszyklus: Die Pflanzen sind einjährig. Sie keimen ab März und blühen von Ende Juli bis Anfang November. Ab September gibt es reife Früchte.

Aus einer weiblichen Blüte entwickelt sich eine Frucht mit einen einzigen Samen. Die Samen bleiben 40 Jahre lang keimfähig. Sie keimen erst nach einer Kälteperiode.

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Kanada und in den USA einheimisch. In den kanadischen Prärien tritt sie als Pionierpflanze auf. Seit circa 1850 wurden Samen unbeabsichtigt mit Saatgut und Vogelfutter nach Europa eingeführt.

Seitdem fand man die Pflanzenart in Unkrautgesellschaften. Seit 1990 dringt die Pflanzenart in bisher nicht besiedelte Gebiete vor und kommt heute in ganz Deutschland vor. Große Bestände gibt es auch in den meisten anderen europäischen Ländern.

Lebensraum: Die Pflanzen bevorzugen Flächen, die frei sind von dichter Vegetation. Sie bilden große Bestände in Neubaugebieten, auf Erdaufschüttungen an Baustellen, auf Brachland und in Feldern, entlang von Wegen und Straßen. Die Pflanzen ertragen Trockenheit. Für ihr Wachstum brauchen sie volles Licht.

Ausbreitungswege: Früchte werden in geringem Umfang mit fließenden Wasser transportiert. Ihre Ausbreitung erfolgt hauptsächlich unbeabsichtigt durch Menschen. Samen werden mit Vogelfutter und Saatgut eingeführt. Die Samen gelangen in den Herkunftsländern bei der Ernte zwischen die Körner, wenn auf den Anbauflächen Ambrosia artemisiifolia als Unkraut wächst.

Ein anderer Ausbreitungsweg ist der Transport von Erde, die Samen enthält. Solche Transporte finden statt bei der Schaffung von Neubaugebieten oder dem Bau neuer Straßen. Die auffällige Ausbreitung der Pflanzenart entlang von Straßen erklärt sich durch den unbeabsichtigten Transport von Samen mit den Maschinen, mit denen Straßenränder gemäht werden.

Auswirkungen: Ambrosia artemisiifolia kann in sandigen Trockenrasen dichte, dominierende Bestände ausbilden und dadurch schützenswerte einheimische Magerrasenpflanzen verdrängen.

Die Pollen von Ambrosia artemisiifolia können allergische Reaktionen in den Atemwegen und den Augen hervorrufen. Stark betroffen sind Menschen, die bereits eine andere Pollen-Allergie haben. Die Pflanzen blühen spät im Jahr, wenn die Blüte von Gräsern und Bäumen schon vorbei ist. Für die Allergiker verlängert sich so die Zeit des Leidens.

Bekämpfung: Die unbeabsichtigte Ausbreitung der Samen durch Menschen sollte durch geeignete Maßnahmen so gering wie möglich gehalten werden.

Bei kleinen Beständen werden die Pflanzen samt Wurzeln mit der Hand ausgerissen. Große Bestände werden gemäht. Das Mähen muss wiederholt werden, weil die Pflanzen nach dem Mähen neu austreiben können.

Die bearbeiteten Flächen müssen nach einiger Zeit und in den folgenden Jahren kontrolliert werden. Bei diesen Kontrollen werden übersehene, wieder ausgetriebene und neu ausgekeimte Pflanzen entdeckt.

 

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Japan-Knöterich

Der Japan-Knöterich (Fallopia japonica) gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Er wird auch als Reynoutria japonica, Polygonum cuspidatus oder Japanischer Staudenknöterich bezeichnet. Fallopia japonica bastadisiert mit dem Sachalin-Knöterich (Fallopia sachalinensis) zu Fallopia x bohemica.

Die Pflanzen wachsen schnell und können bis zu 3 m hoch werden. Die Stängel sind hohl. Die Pflanzen sind zweihäusig. Die unterirdischen Rhizome können bis zu 10 cm dick werden.

Japan-Knöterich
Japan-Knöterich (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Lebenszyklus: Die Stängel entwickeln sich im Frühjahr aus den ausdauernden Rhizomen. Gleichzeitig wachsen auch die Rhizome. Die Pflanzen blühen im August. Sie bildet oft umfangreiche Bestände. Beim ersten Frost sterben alle oberirdischen Teile ab.

In Japan produzieren die Pflanzen viele Samen, von den Keimlingen überleben wenige. In Deutschland sind nur männliche Pflanzen verwildert, es werden keine Samen produziert.

Herkunft: Die Pflanzenart ist in China, Japan und Korea einheimisch. Sie wurde seit circa 1820 als Gartenpflanze nach Europa eingeführt. Die Pflanzenart kommt heute in ganz Deutschland vor und hat sich auch in den meisten anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Lebensraum: Die Pflanzen wachsen gut an Ufern von fließenden Gewässern, auch auf Brachflächen, an Straßenrändern, Böschungen, auf nicht regelmäßig gemähten Wiesen und in Wäldern.

Ausbreitungswege: Die Bestände vergrößern sich durch das Wachstum der Rhizome. Die drei hier besprochenen Knöterich-Formen breiten sich überwiegend durch den Transport von Rhizomstücken mit fließendem Wasser oder durch Erdtransporte bei Bauarbeiten aus. Dabei werden große Entfernungen überbrückt.

Auswirkungen: Die Bestände des Japan-Knöterichs sind sehr dicht und lassen das Wachstum anderer Pflanzen nur begrenzt zu. Durch das kräftige Wachstum der Rhizome vergrößern sich die Bestände, dringen in benachbarte Pflanzengesellschaften ein und verdrängen diese schließlich.

Die Rhizome des Knöterichs können in kleine Ritzen von Mauern und Asphaltschichten eindringen und diese durch ihr Dickenwachstum aufbrechen. Straßen, Parkplätze und Fundamente von Häusern können beschädigt werden. Am schlimmsten sind Schäden an Uferbefestigungen und Deichen, die ihre Schutzwirkung gegen Hochwasser von Bächen oder Flüssen verlieren.

Bekämpfung: Die Bekämpfung von Japan-Knöterichen ist schwierig. Bei allen Maßnahmen muss darauf geachtet werden, dass Rhizomteile nicht mit Geräten oder mit Erdaushub weiter ausgebreitet werden.

Die wiederholte Beseitigung der oberirdischen Pflanzenteile schwächt die Pflanzen nur auf lange Sicht, und zum Ausgraben der Rhizome muss man bis in 2 m Tiefe vordringen. Es gibt Versuche, durch Bepflanzung von Uferzonen mit Weiden die Knöteriche in ihrer Ausbreitung zu behindern.

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Riesen-Bärenklau

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er wird auch als Herkulesstaude bezeichnet. Die Stauden werden 2 bis 5 m hoch. Die Stängel sind hohl und gefurcht. Die Blüten werden durch Bienen und Hummeln bestäubt.

Riesen-Bärenklau
Riesen-Bärenklau (Bild: Appaloosa bei
de.Wikipedia qu027)

Lebenszyklus: Die Pflanzen bilden im Jahr der Keimung eine Blattrosette und eine Pfahlwurzel. Im folgenden Jahr entsteht früh im Jahr der auffällige Blütenstand. Ein Spross produziert 15.000 bis 50.000 Samen. Nach der Samenreifung sterben die Pflanzen ab. Wenn die Pflanze an einem ungünstigen Standort wächst oder wenn sie vor dem Ende der Blütezeit abgeschnitten wird, kann sie in einem späteren Jahr Blüten bilden.

Herkunft: Die Pflanzenart ist im Kaukasus einheimisch. Sie wächst dort an Bächen und an Waldrändern in Höhen über 2300 m in einem winterkalten und sommerheißen Klima, ohne größere Bestände auszubilden. Riesen-Bärenklau wurde seit circa 1850 als Gartenpflanze nach Europa eingeführt. Später wurde sie auch als Bienenweide angepflanzt. Die Pflanzenart kommt heute in ganz Deutschland vor und hat sich auch in den meisten anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Lebensraum: Die Pflanzen wachsen besondes gut auf nähstoffreichen Böden an fließenden Gewässern. Der Riesen-Bärenklau wird aber auch auf Brachland, in Parkanlagen und an Straßenrändern angetroffen.

Ausbreitungswege: Die Samen werden mit dem Wind maximal 100 m weit geweht. Die meisten Samen werden mit fließenden Wasser ausgebreitet, oft über große Entfernungen.

Auswirkungen: In ausgedehnten Beständen auf Wiesen ist der Riesen-Bärenklau in der Lage, einheimische Pflanzen zu verdrängen. Die Hauptsorge ist aber seine fototoxische Wirkung. Der Pflanzensaft enthält Furanocumarine, die beim Kontakt mit der Haut in Verbindung mit dem Sonnenlicht nach ein bis zwei Tagen heftige Entzündungen verursachen. Die Veränderungen an der Haut ähneln schweren Verbrennungen und heilen nur langsam.

Bekämpfung: Die Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus dauert immer lange. Es geht darum, das Blühen der Pflanzen und die Bildung von Früchten zu verhindern. Weil schon eine Pflanze genug Samen produzieren kann, um einen beseitigten Bärenklau-Bestand wieder entstehen zu lassen, müssen alle Pflanzen eines Bestandes und die Pflanzen in seiner Nähe erfasst werden. Durch Nachbearbeitungen und Kontrollen ist sicherzustellen, dass keine neuen Keimlinge mehr auftauchen.

 

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Drüsiges Springkraut

Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) gehört zur Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Es wird auch als Indisches Springkraut bezeichnet.

Die Pflanzen werden 50 bis 200 cm hoch. Die bis zu 5 cm dicken Stängel sind oben verzweigt. Die Blüten werden durch Honigbienen, Hummeln und andere Insekten bestäubt.

Drüsiges Springkraut
Drüsiges Springkraut (Bild: André Karwath
qu028)

Lebenszyklus: Die Pflanzen sind einjährig, sie blühen von Juni und bis Oktober. Zwischen Keimung und Blühbeginn liegen etwa drei Monate. Eine Pflanze kann 4000 Samen produzieren. Die Pflanzen sind empfindlich gegen Trockenheit und Frost. Mit dem ersten Frost im Herbst sterben die Pflanzen ab.

Herkunft: Die Pflanzenart ist im westlichen Himalaja, in Pakistan und Indien einheimisch. Sie wächst dort in Höhen zwischen 1800 und 3200 m. Die Pflanzen wurden seit circa 1840 als Gartenpflanze nach Europa eingeführt. Später wurde sie auch als Bienenweide angepflanzt. Die Pflanzenart kommt heute in ganz Deutschland vor und hat sich auch in den meisten anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Lebensraum: Die Pflanzen bevorzugen feuchte Standorte. Man findet sie häufig an Ufern von Bächen und Gräben, in feuchten Wiesen und Auwäldern. Sie brauchen sonnige bis halbschattige Plätze.

Ausbreitungswege: Die Samenkapseln springen auf, wenn sie berührt werden. Die Samen werden dabei heraus geschleudert und landen bis zu 7 m von der Mutterpflanze entfernt auf dem Boden.

Fließendes Wasser transportiert Samen und Sprossteile über große Strecken. Die Sprossteile können zu ganzen Pflanzen heranwachsen. Samen können auch unbeabsichtigt mit Erde bei Baumaßnahmen in bisher unbesiedelte Gebiete gebracht werden.

Auswirkungen: Das Drüsige Springkraut bildet dichte, ausgedehnte Bestände, vor allem an Gewässern, und kann dort dominierend auftreten. Solche Bestände bilden sich aber erst im Hochsommer. Pflanzen, die früher im Jahr blühen, bekommen diese Dominanz weniger zu spüren.

Andererseits hat das Auftreten des Drüsigen Springkrauts auch eine positive Wirkung. Im sonst blütenarmen Spätsommer bieten die Blüten Wildbienen und anderen Insekten Nahrung.

Bekämpfung: In Gebieten, die bereits stark vom Drüsigen Springkraut besiedelt sind, ist wahrscheinlich eine Ausrottung der Art nicht mehr zu erreichen. Die Ausbreitung kann behindert werden, wenn man erste Vorkommen am Oberlauf von Bächen entfernt, bevor durch Samentransport ein ganzes Tal besiedelt wird. Pflanzen können durch Mähen nach dem Auftreten der ersten Blüten aber vor dem Reifwerden der Samen beseitigt werden. Da die Pflanzen möglicherweise nachwachsen, muss nachkontrolliert werden.

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Gewöhnliche Robinie

Die Gewöhnliche Robonie (Robinia pseudoacacia) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Robinien sind bis zu 38 m hohe Bäume. Der Stamm hat eine tief gefurchte, graubraune Rinde. An den Trieben sind Dornen. Die Blüten sind weiße, hängende Trauben. Sie werden von Insekten bestäubt.

Blüten einer Robinie
Gewöhnliche Robinie (Bild: Pollinator bei
de.Wikipedia qu029)

Lebenszyklus: Die Pflanzen blühen von Mai bis Juni. Die Früchte sind Hülsen, die 4 bis 8 Samen enthalten. Robinien können schon im Alter von 6 Jahren Samen produzieren. Die Samen bleiben im Boden lange lebensfähig. Zum Überleben brauchen die Keimlinge viel Licht.

Herkunft: Robinien sind in Nordamerika einheimisch. Sie wachsen dort in Südkanada und den USA. Die Pflanzen wurden seit circa 1630 als Baum für Parks nach Europa eingeführt. Später wurden sie auch als Alleebaum und zur Holzproduktion auf trockenen sandigen Böden angepflanzt. Die Pflanzenart kommt heute verwildert in ganz Deutschland vor und hat sich auch in den meisten anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Lebensraum: Robinien besiedeln trockene, warme Plätze. Man findet sie oft an Waldrändern und auf Brachland.

Ausbreitungswege: Die Samen werden mit dem Wind ausgebreitet und erreichen dabei Entfernungen von der Mutterpflanze bis zu 100 m. Mit Wurzelausläufern, aus denen Sprosse als Klone wachsen, kann sie in vorhandene geschlossene Pflanzengesellschaften eindringen. Eine Verletzung des Stammes führt zu Stockausschlag.

Auswirkungen: Robinien dringen häufig mit ihren Wurzelausläufern vom Rand her in Magerrasen ein. Robinien binden mit Bakterien in ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Ein Teil dieses gebundenen Stickstoffs wird durch Laub und Wurzeln an die Umgebung weitergegeben, die auf diese Weise gedüngt wird. So werden ursprünglich nährstoffarme Standorte in wenigen Jahren verändert. Besonders betroffen sind Sandtrockenrasen, Kalkmagerrasen und Waldrand-Pflanzengesellschaften.

Die Samen der Robinie enthalten giftige Substanzen. Da die Samen aber nicht gegessen werden, sind gesundheitliche Schäden nicht zu erwarten.

Bekämpfung: In der Umgebung von schutzwürdigen Trockenrasen sollten keine Robinien gepflanzt werden. Ein Sicherheitsabstand von 500 m reicht aus. Erfolgreich entfernt werden kann ein Robinienbestand durch Abholzen der Stämme mit zweimaligem Nachschneiden während der Vegetationsperiode in den folgegenden vier Jahren.

Es gibt Versuche, Robinien durch gezielte Beschädigung der Rinde so weit zu schwächen, dass sie im nächsten Jahr gefällt werden können ohne neu auszuschlagen.

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Kanadische Goldrute

Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Eine ähnliche Art ist die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), sie bereitet ähnliche Probleme.

Die Stauden werden 50 bis 150 cm hoch. Die Stängel sind dicht beblättert und nur im Bereich des goldgelben Blütenstands verzweigt. Die Blüten werden durch Bienen und Hummeln bestäubt.

Goldrute
Goldruten (Bild: Ekkehard Beyer qu031)

Lebenszyklus: Die Stängel entwickeln sich im Frühjahr aus den ausdauernden unterirdischen Rhizomen, die 100 Jahre alt werden können. Die Pflanzen blühen von Ende Juli und bis Ende Oktober. Ein Spross produziert circa 15.000 Samen.

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Kanada und in den USA einheimisch. Sie wurde seit circa 1640 als Gartenpflanze nach Europa eingeführt. Später wurde sie auch als Bienenweide angepflanzt. Die Pflanzenart kommt heute in ganz Deutschland vor und hat sich auch in den meisten anderen europäischen Ländern ausgebreitet.

Lebensraum: Die Pflanzen wachsen auf Brachland, entlang von Straßen und Bahnlinien, in Magerrasen und lichten Wäldern, auch an Ufern von Bächen. Für ihr Wachstum brauchen sie volles Licht und viel Wärme.

Ausbreitungswege: Die flugfähigen Samen werden vom Spätherbst bis zum Frühjahr mit dem Wind weit ausgebreitet. Ihre Überlebensrate im Boden ist gering, im Mai des folgenden Jahres sind nur noch 3 % keimfähig. In dichter Vegetation gelingt die Keimung nicht.

Geschlossene Goldrutenbestände vergrößern sich durch das Wachstum der Rhizome. Die Pflanzen können sich über Rhizomstücke ausbreiten, die mit fließendem Wasser oder mit Gartenabfällen transportiert werden.

Auswirkungen: Die Kanadische Goldrute bildet dichte, ausgedehnte Bestände, die einheimische Arten verdrängen. Pflanzen, die zwischen Goldruten keimen, bekommen nur 10 Prozent des nötigen Lichts für ihr Wachstum. Streuobstwiesen und Magerrasen können durch Goldruten schnell verändert werden. Auf Magerrasen wurde die Verdrängung von Nahrungspflanzen spezialisierter Tierarten beobachtet.

Andererseits hat die Besiedlung von Brachflächen durch Goldruten auch eine positive Wirkung. Im sonst blütenarmen Spätsommer bieten die Blüten der Goldruten Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung.

Bekämpfung: Die Bekämpfung von Goldruten ist schwierig. Mehrmaliges Mähen verhindert die Samenbildung und schwächt die Pflanzen. Aussäen von Gräser-Kräuter-Mischungen auf Brachland erschwert das Eindringen der Goldruten.

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Freiburg

 

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Amerikanischer Stinktierkohl

Der Amerikanische Stinktierkohl (Lysichiton americanus) gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Er wird auch als Scheinkalla oder Riesenaronstab bezeichnet. Die Pflanzen sind Stauden mit auffallend großen, ungeteilten, gestielten Blättern, die bis zu 120 cm lang und 50 cm breit werden können. Der Blütenstand ist ein von einem gelben Blatt (Spatha) umgebener Kolben.

Amerikanischer Stinktierkohl
Amerikanischer Stinktierkohl (Bild: Walter
Siegmund qu025)

Lebenszyklus: Die Pflanzen blühen früh im Jahr, schon im späten Winter bevor die Blätter austreiben. Die Blüten verströmen einen unangenehmen Geruch, mit dem Insekten zur Bestäubung angelockt werden. Die Früchte sind Beeren mit je 1 bis 4 Samen. An einem Kolben entstehen 300 bis 600 Samen, die im August reif sind. Die kalte Jahreszeit überdauern die Pflanzen mit einem vertikalen, circa 30 cm langen Rhizom.

Herkunft: Die Pflanzen sind einheimisch im westlichen Nordamerika von Alaska bis Kalifornien. Sie wurden in Europa als Gartenpflanzen eingeführt. Die Verwilderungen stammen aus dem Abladen von Gartenabfällen oder von absichtlichen Anpflanzungen in der Natur. Bestände des Amerikanischen Stinktierkohls sind bekannt geworden aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, aus der Schweiz, Skandinavien und den Britischen Inseln.

Lebensraum: Die Pflanzen bevorzugen feuchte, schattige, sumpfige, naturnahe Standorte. Sie wachsen in feuchten Wäldern, an Ufern von stehenden oder fließenden Gewässern und auch mitten in ihnen.

Ausbreitungswege: Die Pflanzen breitet sich über die Samen aus. Ein Teil der Samen keimt neben der Mutterpflanze, ein Teil wird mit fließendem Wasser weiter transportiert. Möglicherweise werden Kolbenteile mit reifen Samen auch durch Tiere verschleppt.

Auswirkungen: Die Pflanzen drängen unter günstigen Wachstumsbedingungen auf halbschattigen, nährstoffreichen und sauren Standorten in Gewässernähe typische Tier- und Pflanzenarten zurück, darunter Torfmoose, Sumpfveilchen und Orchideen. Die Ausbreitung von Lysichiton americanus führt zu einer Verarmung der Artenvielfalt an feuchten Standorten.

Bekämpfung: Im Taunus, wo an Bächen rund um den Großen Feldberg seit circa 1980 Amerikanischer Stinktierkohl entdeckt wurde, begann man 2005 die Pflanzen systematisch auszugraben. In den folgenden Jahren wurden die betroffenen Gebiete nachkontrolliert. Es sieht so aus, als würde es hier gelingen, den Amerikanischen Stinktierkohl dauerhaft zu beseitigen.

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Ruhrgebiet

 

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Vielblättrige Lupine

Die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie wird auch als Staudenlupine bezeichnet. Die Pflanzen sind 60 bis 150 cm hohe Stauden. Der Blütenstand enthält 50 bis 80 blaue Blüten. Sie werden von Honigbienen und Wildbienen, auch von Hummeln bestäubt. Die Früchte sind behaarte Hülsen mit je 4 bis 12 Samen. Ein Pflanze kann über 1000 Samen bilden.

Staudenlupine
Vielblättrige Lupine (Bild: Bananapatrol bei
de.Wikipedia qu030)

Lebenszyklus: Die Pflanzen sind mehrjährig. Sie blühen von Mai bis Anfang August. Die Früchte werden von Juli bis Oktober reif. Nach einer Kälteperiode keimen die Samen. Die Samen bleiben bis über 50 Jahre keimfähig.

Herkunft: Die Pflanzenart ist im Westen der USA einheimisch. Seit circa 1830 wurde sie nach Europa als Gartenpflanze eingeführt. Später wurden Lupinen zur Bodenbefestigung, als Gründüngung und als Wildfutter ausgesät. Verwilderungen in Deutschland werden seit 1890 beobachtet. Auch in Österreich, der Schweiz, Dänemark und Norwegen sind Lupinen in die freie Natur eingedrungen.

Lebensraum: In ihrem Herkunftsgebiet wachsen die Pflanzen auf Bergwiesen bis in 2900 m Höhe. In Deutschland findet man sie verwildert auf Bergwiesen in den Mittelgebirgen und in lichten Wäldern.

Ausbreitungswege: Wenn die Fruchthülsen austrocknen, öffnen sie sich plötzlich. Dadurch werden die Samen mehrere Meter weit geschleudert. Samen werden auch durch Tiere verbreitet, die mit den Pflanzen gefressene Samen an einem anderen Ort wieder ausscheiden. Lupinenbestände vergrößern sich auch durch unterirdische Ausläufer.

Auswirkungen: Lupinen dringen häufig vom Rand her in magere Wiesen ein. Die Pflanzen binden mit Bakterien in ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft. Ein Teil dieses gebundenen Stickstoffs wird an die Umgebung weitergegeben, die auf diese Weise gedüngt wird. So werden ursprünglich nährstoffarme Standorte in wenigen Jahren verändert. Besonders betroffen sind Bergwiesen, die nicht mehr gemäht werden. Lupinen können in großem Umfang schutzbedürftige Arten verdrängen.

Lupinen sind giftig. Wegen der Bitterstoffe im Heu können landwirtschaftlich genutzte Wiesen mit Lupinen an Wert verlieren.

Bekämpfung: In der Nähe von Gebieten mit zu schützenden Pflanzengesellschaften sollten Lupinen nicht zur Befestigung von Straßenböschungen ausgesät werden. Die Beseitigung von Lupinenbeständen ist mühsam. Mähen und Beweiden durch Schafe über mehrere Jahre hinweg bringen Erfolge.

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Kleinblütiges Knopfkraut

Das Kleinblütige Knopfkraut (Galinsoga parviflora) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Es bastardisiert mit dem ähnlichen Behaarten Knopfkraut (Galinsoga ciliata). Das Kleinblütige Knopfkraut wird auch als Franzosenkraut bezeichnet. Die krautigen Pflanzen werden circa 20 cm hoch.

Kleinblütiges Knopfkraut
Kleinblütiges Knopfkraut (Bild: Jeantosti
bei de.Wikipedia qu026)

Lebenszyklus: Die Pflanzen sind einjährig.

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Südamerika einheimisch. Sie wurde seit circa 1800 in Europa als essbare Salatpflanze eingeführt. Ihren Namen Franzosenkraut bekam sie, weil ihre Einführung in die Zeit der Kriege Napoleons fällt.

Lebensraum: Man findet die Pflanzen verwildert als Ackerunkraut.

Ausbreitungswege: Die Pflanzen breiten sich nur durch Samen aus.

Auswirkungen: Überwucherungen landwirtschaftlich genutzter Flächen werden berichtet.

Bekämpfung: essen.

 

 

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Weitere Neophyten

DAISIE nennt fünf weitere in Deutschland vorkommende, problematische Neophyten:

Götterbaum (Ailanthus altissima)
Kaktusmoos (Campylopus introflexus)
Stachelgurke (Echinocystis lobata)
Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina)
Kartoffelrose (Rosa rugosa)

Beschreibungen findet man bei DAISIE, Neobiota und Wikipedia. Bei DAISIE ist die Verbreitung in Europa auf Landkarten dargestellt.

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Götterbaum

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) gehört zur Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae). Die Bäume werden 20 bis 30 m hoch.

Ailanthus altissima
Götterbaum (Bild: Darkone bei
de.Wikipedia qu054)

Herkunft: Die Pflanzenart ist in China einheimisch. Sie wurde seit circa 1740 in Europa als Parkbaum und als Nutzpflanze zur Holzproduktion eingeführt. Man versuchte, sie als Wirtspflanze für Seidenspinner zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kaktusmoos

Das Kaktusmoos (Campylopus introflexus) ist ein Laubmoos aus der Familie Leucobryaceae. Die Pflanzen werden 5 cm hoch.

Kaktusmoos
Kaktusmoos (Bild: Michael Becker qu055)

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Südamerika und Afrika einheimisch. Seit circa 1940 wird sie in Europa angetroffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stachelgurke

Die Stachelgurke (Echinocystis lobata) gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Die Bäume werden 20 bis 30 m hoch.

Stachelgurke
Stachelgurke (Bild: Aung bei de.wikipedia
qu056)

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Nordamerika einheimisch. Sie wurde circa 1900 nach Europa als Zierpflanze eingeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Pflanzen in Deutschland
Giftpflanzen

 

 

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Spätblühende Traubenkirsche

Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Bäume werden circa 20 m hoch.

Spätblühende Traubenkirsche
Spätblühende Traubenkirsche (Bild: Rasbak
bei de.wikipedia qu057)

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Nordamerika einheimisch. Die Pflanzen wurden seit circa 1620 als Zierpflanzen nach Europa gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Malte + Christoph

 

 

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Kartoffelrose

Die Kartoffelrose (Rosa rugosa) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Sträucher werden circa 150 cm hoch.

Kartoffelrose
Kartoffelrose (Bild: Jürgen Howaldt qu058)

Herkunft: Die Pflanzenart ist in Ostasien einheimisch. Die Pflanzen wurden seit circa 1840 als Zierpflanzen nach Europa gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

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aktualisiert am 18. Mai 2014
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