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Nilflughund

Nilflughund
Nilflughund Rousettus aegyptiacus (Foto: Oren Peles
qu072)

Wissenschaftlicher Name:
Rousettus aegyptiacus

Erstbeschreibung:
(Geoffroy, 1810)
Tiere aus Ägypten (Giza)

Familie:
Flughunde
(Pteropodidae)

Gattung:
Höhlenflughunde
(Rousettus)
 
 

Name:
Der Artname aegyptiacus (aus Ägypten) weist hin auf das Gebiet, in dem die Tiere gefunden wurden.

Synonyme:
deutsch: Ägyptischer Höhlenflughund, Ägyptischer Flughund
englisch: Egyptian fruit bat, Egyptian rousette, West african rousette
französisch: Rousette d'Égypt, Roussette égyptienne

Unterarten:
Rousettus aegyptiacus aegyptiacus
östliches Mittelmeergebiet
Rousettus aegyptiacus arabicus Anderson + de Winton, 1902
Arabische Halbinsel, Iran, Pakistan
Rousettus aegyptiacus leachii Smith, 1892
östliches und südliches Afrika
Rousettus aegyptiacus princes Juste and Ibáñez, 1993
Insel Principe im Golf von Guinea
Rousettus aegyptiacus tomensis Juste and Ibáñez, 1993
Insel São Tomé im Golf von Guinea
Rousettus aegyptiacus unicolor Gray, 1870
Westafrika

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Verbreitung:
Kanaren (Teneriffa, Nachkommen von Tieren, die aus Tierhaltung entwischt sind), Nordafrika (Ägypten), östliches Mittelmeergebiet (Türkei, Israel), Südarabien, im Osten bis Westpakistan, im mittleren und südlichen Afrika.

Verbreitung von Rousettus aegyptiacus
Verbreitung von Rousettus aegyptiacus (Grafik: Ekkehard
Beyer qu080)  -- (weltweite Verbreitung - Wikipedia)

Größe:
Länge 138 .. 168 mm
Unterarm 81 .. 101 mm
Flügelspannweite 485 .. 640 mm
Gewicht 91 .. 142 g

Lebensraum:
Die Tiere leben vorwiegend im subtropischen Kulturland mit Obstbäumen, in Oasen, in Städten mit Gärten und Parks. Die Tiere ernähren sich vor allem von Früchten, im Winter auch von Blättern und anderen Pflanzenteilen.

Quartiere:
Als Quartiere dienen Höhlen. Nilflughunde halten keinen Winterschlaf. Kühle oder nasse Zeiten verbringen sie mit reduzierter Aktivität im Quartier.

Ortswechsel:
Nilflughunde wandern nicht weit, sie überqueren Wüstengebiete auf dem Weg zu Oasen.

Fortpflanzung:
Paarungen finden im Winter statt. In Nordafrika und im östlichen Mittelmeergebiet bringen die Weibchen im März oder April ein Junges zur Welt, selten auch Zwillinge. Die Jungen beginnen nach sieben Wochen zu fliegen und werden nach drei Monaten entwöhnt. Nach 9 bis 12 Monaten sind die Tiere geschlechtsreif.

Gefährdung und Schutz:
IUCN: least concern (nicht gefährdet).

In einigen Staaten sieht man Nilflughunde als landwirtschaftliche Schädlinge an und verfolgt sie. In Israel, in der Türkei und auf Zypern wurden Nilflughunde in Höhlen durch Ausräuchern getötet. Bei solchen Aktionen sterben natürlich auch die Insekten fressenden Fledermäuse, die sich in den Höhlen aufhalten.

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Beschreibungen und weitere Bilder:

Berichte:

Literatur:

Benda, Petr + Dietz, Christian + Andrea, Michal + Hotový, Josef + Lučan, Radek K. + Maltby, Alanna + Meakin, Kathy + Truscott, Jeremy + Vallo, Peter (2008): Bats of Sinai (Egypt) with some taxonomic, ecological and echolocation data on that fauna -- Acta Societatis Zoologicae Bohemicae, 72 (2008): Seite 1-103  (5369 kbyte)
[Einzelheiten zu Rousettus aegyptiacus: Seite 6 - Bild Seite 12]

Dietz, Christian + Helversen, Otto von + Nill, Dietmar (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas -- Stuttgart, 2007 (ISBN 978-3-440-09693-2)

Wilson, Don E. + Reeder, DeeAnn M. (Herausgeber) (2005): Mammal Species of the world. A taxonomic and geographic reference -- (3. Auflage), Baltimore (USA), 2005
[Daten aus diesem Werk sind im Internet zugänglich Mammal Species]

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aktualisiert am 25. Juni 2015
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Abkürzungen

Länge = Körperlänge ohne Schwanz

Gewicht = Gewicht im Sommer

D = Deutschland
EU = Europäische Union

FFH-Art: Alle europäischen Fledermausarten sind in der Europäischen Union durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie qu019 besonders geschützt.

FFH-Schutzgebiet-Art: Für die im Anhang II dieser Richtlinie aufgeführten Arten wird darüber hinaus die Einrichtung von Schutzgebieten verlangt.

IUCN: Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources gibt die Gefährdung der Arten weltweit an.

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